SPD Gundelsheim / Neckar

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Rückblick auf die Informationsveranstaltung zur Steinbrucherweiterung

Veröffentlicht am 02.07.2026 in Kommunalpolitik

Der SPD-Ortsverein Gundelsheim bedankt sich herzlich bei den über 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die der Einladung zur Informationsveranstaltung über die geplante Steinbrucherweiterung gefolgt sind. Die außergewöhnlich hohe Beteiligung hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Informations- und Diskussionsbedarf in der Bevölkerung ist. Die Zukunft des Steinbruchs, seine wirtschaftlichen Auswirkungen sowie die möglichen Folgen für Wald und Trinkwasserversorgung bewegen viele Menschen in Gundelsheim. Umso wichtiger war es, die komplexen Zusammenhänge auf einer fundierten fachlichen Grundlage öffentlich zu diskutieren.

Ein besonderer Dank gilt der IG Wald und Wasser sowie den unabhängigen Geologinnen Frau Dr. Herrmann und Frau Schwedler vom Büro GMP in Würzburg für ihre fundierte und verständlich aufbereitete Präsentation. Sie hat den Besucherinnen und Besuchern die komplexen geologischen, hydrogeologischen und ökologischen Zusammenhänge anschaulich vermittelt.

Bei der gut besuchten Informationsveranstaltung erläuterten die Referenten und die unabhängigen Geologinnen ihre Einschätzung zur geplanten Erweiterung des örtlichen Steinbruchs. Nach ihrer Auffassung gefährdet die Erweiterung die kommunale Wasserversorgung sowie den ökologisch wertvollen Gundelsheimer Wald. Nach Auffassung der Referenten wirft zudem die Lage der geplanten Erweiterungsfläche innerhalb eines amtlich festgesetzten Wasserschutzgebiets erhebliche Fragen hinsichtlich der Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens auf. Zudem verwiesen sie auf nach ihrer Auffassung nicht umgesetzte beziehungsweise verletzte Auflagen aus dem Genehmigungsverfahren von 2002.

Waldwiesenquellen als unverzichtbare Notversorgung

Heinz Bleibel und Hagen Zoll von der IG Wald und Wasser sowie die Geologinnen Frau Dr. Herrmann und Frau Schwedler betonten die herausragende Bedeutung der Waldwiesenquellen. Diese speisen rund 15 Prozent der aktuellen Gundelsheimer Wasserversorgung und stellen nach den Ausführungen der Referenten ein wichtiges zweites Standbein der Wasserversorgung dar. Im Masterplan Wasserversorgung Baden-Württemberg wird die Sicherung der Trinkwasserversorgung als wesentliches Element der Daseinsvorsorge hervorgehoben. Bereits heute seien Dornbach, Sauwiesenbach sowie Abschnitte des Anbachs regelmäßig trockengefallen.

Alter Wald und ökologische Folgen

Die Erweiterungsfläche umfasst einen 150 bis 180 Jahre alten Buchen- und Eichenbestand. Dieser erfüllt wichtige Funktionen als Wasserspeicher, Kaltluftentstehungsgebiet und Naherholungsraum. Ausgleichsmaßnahmen könnten einen derart gewachsenen Wald nach Einschätzung der Referenten auf absehbare Zeit nicht ersetzen.

Wirtschaftliche Auswirkungen eingeordnet

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der geplanten Erweiterung wurden ebenfalls thematisiert. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass Ein- und Abbauzinserlöse nur für die rund fünf Hektar große städtische Erweiterungsfläche anfallen. Für die übrigen Erweiterungsflächen, die sich im Eigentum des Landes Baden-Württemberg (ForstBW) befinden, fließen diese Erlöse nicht in den städtischen Haushalt. Dies gilt ebenso für mögliche zukünftige Erweiterungen über die städtischen Flächen hinaus. Der wirtschaftliche Nutzen der Erweiterung für die Stadt sei daher zeitlich und räumlich begrenzt.

Breite Aufmerksamkeit

Neben den zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern nahmen auch Gemeinderatsmitglieder aller Fraktionen an der Veranstaltung teil. Ebenfalls anwesend waren Vertreter*innen der Presse sowie Vertreter der BWS. Die IG Wald und Wasser kündigte an, die aktualisierte Präsentation über die Internetseite des BUND Heilbronn-Franken öffentlich zugänglich zu machen.

 

Josip Juratovic MdB

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