Am Freitag konnte ich an der EU-Katastrophenschutz-Großübung „Magnitude 2024“ als Beobachter teilnehmen. Das Szenario: ein Erdbeben der Stärke 6,9 kurz vor 6 Uhr im Oberrheingraben. Mit viele Schäden an der Infrastruktur, der Industrie und an Wohngebäuden. Nach kurzer Zeit erkennen die deutschen Behörden das Ausmaß der Katastrophe und rufen weitere europäische Kräfte zur Hilfe. Die knapp 1.000 Helfer kommen aus Frankreich, Österreich, der Schweiz und aus Griechenland und sind jeweils Spezialisten auf ihrem Gebiet.
Nach unserem Eintreffen an der neuen und imposanten Hauptfeuerwache in Mannheim und der Begrüßung durch Landesinnenminister Thomas Strobl, erhielten wir einen Überblick über das Übungsszenario und die aktuelle Lage der Übung. Danach ging es mit Shuttle-Bussen zur ersten Station im Mannheimer Hafen gegenüber der BASF. Ein Schiff mit diversen Chemikaliencontainern war havariert, es gab Verletzte mit Kontamination, die behandelt wurden und auch die Helfer selbst mussten mit diversen Maßnahmen geschützt werden.
Die zweite Station war die Diakonie in Schwarzach. Ein Wohngebäude mit vielen Menschen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen war beschädigt und musste komplett geräumt werden. Interessant war die Tatsache, dass die Bewohner und ihre Betreuer selbst die „Schauspieler“ waren, die evakuiert wurden.
Weiter ging es zum Training-Center "Retten und Helfen" in der ehemaligen Kaserne in Mosbach. Die hier aufgebauten Aufgaben für die internationalen Retter waren sehr anschaulich und man konnte sich vorstellen wir es bei einer solchen Katastrophe aussieht. Die Suche von Verschütteten mit technischen Instrumenten und mit Suchhunden, deren Freilegung und Rettung - auch mit Hubschraubern - und die anschließende medizinische Behandlung. Aber auch die Bergung und Identifizierung von Toten wurde geübt. Ganz nebenbei waren zwei Lagezentren und eine Versorgungseinheit für die Helfer in der ehemaligen Kaserne untergebracht.
Vorletzter Punkt war der Point of Operation, das zentrale Lage- und Versorgungszentrum in Neckarelz, von dem aus die Einheiten geführt und versorgt wurden. Letzter Punkt war dann ein gemeinsames Abendessen auf Burg Hornberg bei dem wir miteinander und mit den Mitarbeitern des Innenministeriums den Tag mit seinen vielen Eindrücken nochmals Revue passieren lassen konnten.
Ganz herzlichen Dank an die fast 1.000 Helfer für ihre professionellen Arbeit, die gezeigt hat, dass der europäische Katastrophenschutz im Verbund unheimlich leistungsfähig ist und dass jeder Euro, der in diesen Bereich investiert wird gut angelegt ist. Danke, dass ihr Tag für Tag für unsere Sicherheit im Einsatz seid. Danke auch an die Vorbereitungsteams, die die ganzen Szenarien geplant und aufgebaut haben und an das Team aus dem Innenministerium, das unseren Besuch geplant und uns den ganzen Tag begleitet hat. Es waren unvergessliche Eindrücke in den kompletten Bereich des Katastrophenschutzes in Baden-Württemberg und Europa.